1 / 52

Verhaltensbeobachtung

Verhaltensbeobachtung. Referentin: J. Winkelbach 11.06.2012. Organisatorisches. Teilnehmer gesucht für IOWA-Studien Studie zu Teamwork charis.eisen@uni-erfurt.de Studie zu Entscheidung sara.geister@uni-erfurt.de PPT der Referate auf dt-workspace stellen?. Gliederung.

Download Presentation

Verhaltensbeobachtung

An Image/Link below is provided (as is) to download presentation Download Policy: Content on the Website is provided to you AS IS for your information and personal use and may not be sold / licensed / shared on other websites without getting consent from its author. Content is provided to you AS IS for your information and personal use only. Download presentation by click this link. While downloading, if for some reason you are not able to download a presentation, the publisher may have deleted the file from their server. During download, if you can't get a presentation, the file might be deleted by the publisher.

E N D

Presentation Transcript


  1. Verhaltensbeobachtung Referentin: J. Winkelbach 11.06.2012

  2. Organisatorisches • Teilnehmer gesucht für IOWA-Studien • Studie zu Teamwork charis.eisen@uni-erfurt.de • Studie zu Entscheidung sara.geister@uni-erfurt.de • PPT der Referate auf dt-workspace stellen?

  3. Gliederung • Definition • Arten von Verhaltensbeobachtung • Datenregistrierung • Beobachtungsfehler • Verhaltensbeobachtung in der Praxis – BASYS • Gütekriterien • Vor- und Nachteile

  4. ,,Unter wissenschaftlicher Beobachtung wird . . . die zielgerichtete und methodisch kontrollierte Wahrnehmung von konkreten Systemen, Ereignissen (zeitliche Änderungen in konkreten Systemen) oder Prozessen (Sequenzen von Ereignissen) verstanden“ (Huber, in Fisseni, 1997).

  5. Arten von Verhaltensbeobachtung • Waswird beobachtet? • Wo wird beobachtet? • Wer beobachtet? • Wann wird beobachtet? • Womit wird beobachtet? • Wie wird beobachtet? • Beobachtungsplan

  6. Waswird beobachtet? • Beobachtungseinheit: • Klar definiert • Theoretisch / empirisch bestimmt • Disjunkt • Vollständig • Schmal / breit • …

  7. Wie wird beobachtet? • Systematisch • Unsystematisch

  8. Wie wird beobachtet? • Systematisch: • Verlauf und Gegenstand sind wohl definiert + Klarer Beobachtungsrahmen + Quantifizierbare Ergebnisse - Zeitaufwand zur Vorbereitung und Beobachterschulung

  9. Wie wird beobachtet? • Unsystematisch: • Die Fragestellung ist recht weit gefasst + Hilft bei der Orientierung/Ersterkundung - Ergebnisse sind wenig objektiv

  10. Wo wird beobachtet? • Im Feld • Im Labor

  11. Wo wird beobachtet? • Im Feld: • Im natürlichen Umfeld + Verhalten im Kontext natürlicher Bedingungen erfassbar - Eingeschränkte Kontrollmöglichkeiten -Reaktivität

  12. Wo wird beobachtet? • Im Labor: • Situation wird nach bestimmten Gesichtspunkten gestaltet • Experiment + Höheres Maß an Kontrollierbarkeit + Bedingungen gezielt gestaltbar - Künstliche Bedingungen

  13. Wer beobachtet? • Teilnehmend • Aktiv • Passiv • Nicht-teilnehmend

  14. Wer beobachtet? • Teilnehmend: • Beobachter nimmt am Geschehen teil • Aktiv • Passiv +Zugang zu einer geschlossenen Gruppe - Reaktivität - Doppelbelastung (bei aktiver Beobachtung)

  15. Wer beobachtet? • Nicht-teilnehmend: • Per Aufnahme – der Beobachter ist nicht anwesend • Durch Einwegscheibe – der Beobachter wird nicht gesehen + Unveränderte Situation wird beobachtet + Beobachtungseinflüsse minimiert - Technischer Aufwand - Ethische Grenzen (wissentliche / unwissentliche Beobachtung)

  16. Wann wird beobachtet? • Direkt • Indirekt

  17. Wann wird beobachtet? • Direkt: • Beobachtung erfolgt gleichzeitig mit dem Verhalten + Keine Verzerrungen durch Vergessen - Menge an Beobachtungseinheiten beschränkt

  18. Wann wird beobachtet? • Indirekt: • Rückblickende Einschätzung mittels Protokoll oder Aufnahme + Beobachtung längerer Verhaltensausschnitte + Videoaufnahme erlaubt wiederholte Betrachtung - Erinnerungen fehleranfällig

  19. Womit wird beobachtet? • Vermittelt • Unvermittelt

  20. Womit wird beobachtet? • Vermittelt: • Mechanische Registrierung (Aufzeichnung auf Video, als Ton) + Aufnahme erlaubt wiederholte Betrachtung - Technisch aufwändig/beschränkt - Im Feld schwer realisierbar

  21. Womit wird beobachtet? • Unvermittelt: • Symbolische Registrierung (freie Beschreibung/mittels Beobachtungsbogen) + Ökonomisch + Überall einsetzbar - Menge an Beobachtungseinheiten beschränkt

  22. Beobachtet eure(n) Kommilitonen/in beim Lösen der Aufgabe „Turm von Hanoi“. Wie geht er vor? Was erfahrt ihr über sein Problemlöse- verhalten?

  23. Beobachten Sie Ihre(n) Kommilitonen/in beim Lösen der Aufgabe „Turm von Hanoi“. Achten Sie auf folgende Aspekte: 1. Aufgabenverständnis 2. Tempo des Lösungsverlaufs 3. Genauigkeit der Ausführung 4. Sicherheit der Ausführung 5. Selbständigkeit 6. Gefühlsabhängigkeit des Denkens

  24. Datenregistrierung • Isomorphe Deskription • Verhalten wird vollständig erfasst • Video- oder Tonbandaufzeichnungen • Reduktive Deskription • Nicht alles wird erfasst • Reduktion auf eine zu bewältigende Menge

  25. Reduktive Deskription • Zeichensysteme • Festhalten z.B. durch Strichlisten • Schluss von Häufigkeit auf Intensität

  26. Reduktive Deskription • Kategoriensysteme • Reduziert Verhaltensweisen auf begrenzte Zahl von Kategorien • Kategorien schließen sich gegenseitig aus

  27. Kategoriensystem Bsp. Das reziproke Kategoriensystem von R.L. Ober: • Trägt zur „Erwärmung“ der Klassenatmosphäre bei • Akzeptiert • Erweitert die Beiträge eines anderen • Fordert heraus, provoziert • Gibt Antwort • Steuert, ordnet an • …

  28. Reduktive Deskription • Ratingverfahren • Ausprägungsgrad des Verhaltens wird geschätzt • Z.B. Ratingskala für Vorschulbereich (Kamratovski u.a., 1972)

  29. Beobachtungsfehler und Verzerrungstendenzen • Fehler allgemein bei diagnostischen Verfahren • Fehler speziell bei der Verhaltensbeobachtung

  30. Allgemeine Fehler • Hofeffekt/Überstrahlungseffekt/Halo-Effekt • Logischer Fehler • Positionseffekt • Milde-; Strenge-Effekt • Zentrale Tendenz; Extremurteile • Kontrastfehler; Ähnlichkeitsfehler • Erwartungseffekt • …

  31. Hofeffekt – Experiment von Asch, 1946 • Gruppe A: • Intelligent, fachkundig, fleißig, warmherzig, entschlossen, praktisch, vorsichtig • Gruppe B: • Intelligent, fachkundig, fleißig, kühl, entschlossen, praktisch, vorsichtig

  32. Allgemeine Fehler • Hofeffekt/Überstrahlungseffekt/Halo-Effekt • Logischer Fehler • Positionseffekt • Milde-; Strenge-Effekt • Zentrale Tendenz; Extremurteile • Kontrastfehler; Ähnlichkeitsfehler • Erwartungseffekt

  33. Spezielle Fehler • Überforderte Differenzierungsfähigkeit • Unscharfe Definition • Unvertrautheit mit den Beobachtungseinheiten • Unvertrautheit mit der Probanden-Gruppe • Eingriff in den Untersuchungsablauf • Attributionsfehler • Beobachterdrift • Reaktivität

  34. ,,Die wirkungsvollste Methode zur Vermeidung von systematischen Fehlern und zur allgemeinen Verbesserung der Beurteilungen, ist wohl eine sorgfältige Schulung der Beurteiler“ (Hasemann, in Fisseni, 1997).

  35. Weitere Gegenmaßnahmen • Neutrale Beobachter • Doppelbeobachtungen • Umfangreiche und variierende Beobachtungsgelegenheiten • Standardisierter Ablauf • Standardisierte Beobachtungsinstrumente • Angemessene Beobachtungsphasen • Angemessene Anzahl von Beobachtungseinheiten

  36. BASYS - Beobachtungssystem zur Analyse aggressiven Verhaltens in schulischen Settings (Alexander Wettstein, 2008) Verhaltensbeobachtung in der Praxis

  37. BASYS im Überblick

  38. BASYS im Überblick

  39. BASYS - Beobachtertraining

  40. Gütekriterien Ihr seid gefragt!

  41. Gütekriterien • Objektivität • Kommen verschiedene Beobachter zum selben Ergebnis bei der Beobachtung einer Person? • Verbesserung durch Beobachterschulung • Verbesserung der Wahrnehmungsschärfe durch wiederholte Beobachtung desselben Objekts (z.B. Video) • Übung der sprachlichen Darstellung

  42. Gütekriterien • Reliabilität • Wie zuverlässig beschreibt das Verfahren eine Person? • Ermittelt durch wiederholtes Einschätzen (Retestreliabilität) • Höher, wenn: • Beobachtungseinheiten präzise definiert • Geringe Zahl von Beobachtungseinheiten • Konkret formuliert

  43. Gütekriterien • Validität • Wie genau misst das Verfahren das, was es messen soll? • Inhaltliche Gültigkeit– erfassen die Kategorien tatsächlich das relevante Verhalten? • bestimmbar per Expertenrating • Prognostische Validität – Gültigkeit der Vorhersage (z.B. bei Empfehlung für das Gymnasium)

  44. Vor- und Nachteile der Verhaltensbeobachtung Ihr seid gefragt!

  45. Vorteile von Verhaltensbeobachtung • Neue, wenig beachtete Verhaltensweisen können untersucht werden • Bekannte Verhaltensweisen können unter neuen Bedingungen untersucht werden • Berücksichtigt eine Mannigfaltigkeit der Aspekte • Kann spontanes, nicht vorklassifizierbares Verhalten erfassen • Unverzichtbar für einen biographischen Ansatz

  46. Nachteile von Verhaltensbeobachtung • Willkürliche Auswahl der Beobachtungseinheiten • Nicht jede Abgrenzung ist theoretisch begründbar • Unstandardisierte Verhaltensbeobachtung erschwert die Vergleichbarkeit

  47. Take Home Message • Verhaltensbeobachtung ist eine Grundlage der Psychologie als empirischer Wissenschaft, also auch ihrer Teildisziplinen Diagnostik und Intervention. • Ermöglicht das Erheben von Informationen, wo keine formellen Testverfahren zur Verfügung stehen • Wahrnehmung ist fehlerbehaftet => Sorgfältige Schulung der Beobachter!

More Related