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Impulsreferat auf der 2. Bündnisversammlung am 21. 2. 2008 in Ahlen

Welche Familie hat Zukunft ? Welche Zukunft hat Familie ?. Impulsreferat auf der 2. Bündnisversammlung am 21. 2. 2008 in Ahlen. Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen . „Wir werden weniger,

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Impulsreferat auf der 2. Bündnisversammlung am 21. 2. 2008 in Ahlen

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  1. Welche Familie hat Zukunft ? Welche Zukunft hat Familie ? Impulsreferat auf der 2. Bündnisversammlung am 21. 2. 2008in Ahlen Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  2. „Wir werden weniger, wir werden älter und wir werden bunter“

  3. Die Großfamilie als Auslaufmodell

  4. Geburten in Deutschland • 1 013 396 • 830 019 • 705 622 • 690 000 • 672 724 Im europäischen Vergleich belegte Deutschland schon im Jahre 2004 mit 8,5 Lebendgeburten je 1000 Einwohner den letzten Platz unter 23 Ländern. 2006 = 8,2 Lebendgeburten je 1000 Einwohner. Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  5. Deutschland ist heute eines der Länder mit der weltweit höchsten Kinderlosigkeit - trotz 180 Milliarden Euro staatlicher Ausgaben für Familien pro Jahr. Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  6. Im Jahre 2010 wird jede/r vierte Bundesbürger/in 60 Jahre und älter sein, 2030 sogar jede/r dritte.

  7. Waren 2002 lediglich 18 % der Bevölkerung in Deutschland 65 Jahre und älter, so wird sich dieser Anteil bis zum Jahr 2050 auf über 30 % erhöhen. Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  8. Hessische Zahlen 2020 2050 Leichter Zuwachs Rückgang auf auf 6,1 Mio auf 5,5 Mio Altersstruktur Altersstruktur Geburtenzahl -10% Geburtenzahl - 28% Erwerbsfähige - 3% Erwerbsfähige - 25% über 60 plus 20% über 60 plus 44% über 80 plus 185%

  9. Familien sind Gemeinschaften, in der mehrere Generationen füreinander Verantwortung übernehmen. Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  10. Vielfalt der Lebensformen: Im Jahre 2003 lebten von der erwachsenen Bevölkerung ab 18 Jahren in Deutschland: 9,0 % als ledige Kinder bei Eltern/-teil 20,7 % in Singlehaushalten 29,3 % verheiratet zus.-lebend ohne Kinder 4,7 % unverheiratet zusammenlebend ohne Kinder 28,1 % verheiratet zus.-lebend mit Kindern 2,2 % unverheiratet zus.-lebend mit Kindern 3,7 % Alleinerziehende 2,3 % sonstige Lebensformen mit verwandten/nicht- verwandten Personen Quelle: Statistisches Bundesamt (2004): Datenreport

  11. 26 % der westdeutschen und sogar 46 % der ostdeutschen Frauen haben eine oder mehrere Phasen als allein Erziehende bewältigen müssen. Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  12. Vielfalt der Lebensformen Familien mit ledigen Kindern nach Familientyp 2003 Ehepaare 74,3 % Nichteheliche Lebensgem. 6,2 % Alleinerziehende 19,5 % Quelle: Statistisches Bundesamt (2004): Datenreport

  13. 2,2 Millionen Single-Mütter ziehen ihre Kinder ohne Partner auf. Jede fünfte Familie mit Kindern besteht aus nur einem Elternteil. Davon sind 87 % Frauen.

  14. Wohlstandspositionen 2003* von Lebensformen im Vergleich DINK 153 % Familien mit Kindern 102 % Alleinerziehende 56 % *Relative Wohlstandspositionen beschreiben Einkommensunterschiede zwischen verschiedenen Lebensformen. Sie verdeutlichen die Abweichungen der durchschnittlichen Einkommen einzelner Lebensformen vom durchschnittlichen Einkommen aller Lebensformen. Dabei wird das durchschnittliche gewichtete Pro-Kopf-Einkommen der Lebensformen gleich 100 Prozent gesetzt Quelle: Eggen, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

  15. 44 % aller Studierenden wollen zwei Kinder, weitere 25 % sogar drei und mehr Kinder, lediglich 7 % wollen keine Kinder. (HIS 2002) Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  16. Drei Viertel des Mittelbaus an den Universitäten in NRW ist kinderlos. 2004 waren das insgesamt 73,1% (16 072) der AkademikerInnen im Alter bis 44 Jahre gegenüber 69,9% (12282) im Jahr 1994 Frauen:1994:78%2004:78,8% Männer:1994:67,7%2004: 70,7%(Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik, Berechnungen Metz-Göckel)

  17. Ehehomogenität Ehefrauen (Geburtenjahrgänge im Vergleich) 1919-1923 43,9 Prozent 1959-1963 70,0 Prozent Aufwärtsheirat Ehefrauen (Geburtenjahrgänge im Vergleich) 1919-1923 52,1 Prozent 1959-1963 21,6 Prozent Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  18. Die paar Probleme Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  19. Bildung und Mortalität • bei Männern sinkt das Mortalitätsrisiko mit jedem zusätzlich absolvierten Schuljahr um 8,4 % • bei Frauen sogar um 16 %

  20. Zunehmende Polarisierung der Lebenschancen von Kindern und Familien

  21. Armut und Bildung • Zugang zu Bildung: entscheidender Bestimmungsfaktor für die Lebenschancen und Lebenserwartung • Zahl der Kinder, deren Eltern ohne • abgeschlossene Berufsausbildung • bleiben, steigt seit den 1980er Jahren • stetig an

  22. 43 % aller Kinder mit Mehrfachbenachteiligung erfuhren keinerlei Frühförderung jenseits der Kita, die sie besuchten. (Quelle: AWO-ISS-Längsschnittstudie „Gute Kindheit – Schlechte Kindheit“ 1999-2005)

  23. Der Paritätische Wohlfahrtsverband prognostiziert 2005 eine deutliche Zunahme von Kinderarmut und ging davon aus, dass es in naher Zukunft 1,6 Millionen Sozialgeld beziehender Kinder unter 15 Jahren geben würde. (Quelle: DPWV (2005): „Zu wenig für zu viele“. Kinder und Hartz IV: Eine erste Bilanz der Auswirkungen des SBG II, S. 17) Mitte 2006 waren es bereits knapp 1,9 Millionen der unter 15-Jährigen, die Sozialgeld bezogen haben.

  24. Ab wann ist der Haushalt arm?Beispiel 1: Zwei-Eltern-Familie mit 2 Kindern, 6 und 11 Jahre • nach alter OECD-Skala • (555 Euro = relative 50%- Armutsgrenze pro Person) mal • 1,0 = Haushaltsvorstand • 0,7 = zweiter Erwachsener • 0,5 = ein Kind unter 15 J. • 0,5 = ein Kind unter 15 J. • 2,7 = Summe der Bedarfsgewichte • D.h. Haushalt gilt als arm, wenn ihm weniger als 1499 Euro netto im Monat zur Verfügung stehen. • nach neuer OECD-Skala • (555 Euro = relative 50%- Armutsgrenze pro Person) mal • 1,0 = Haushaltsvorstand • 0,5 = zweiter Erwachsener • 0,3 = ein Kind unter 15 J. • 0,3 = ein Kind unter 15 J. • 2,1 = Summe der Bedarfsgewichte • D.h. Haushalt ist arm, wenn ihm weniger als 1166 Euro netto im Monat zur Verfügung stehen.

  25. Armut ist nicht nur finanzielle Armut, aber: • Ein 13-jähriges Kind in einem Hartz-IV-Haushalt erhält pro Tag einen Betrag von 2,71 € für Frühstück, Mittagessen und Abendessen. • Regelsätze müssen überprüft und angepasst werden

  26. Armutsbericht der Stadt Gießen SchulabgängerInnen mit und ohne Haupt-schulabschluss – Anteile je Stadtteil Schuljahr 2000/2001 Wieseck 0,0 bis unter 2,7 Prozent aller SchulabgängerInnen 2,7 bis unter 11,9 Prozent aller SchulabgängerInnen 11,9 bis unter 18,5 Prozent aller SchulabgängerInnen 18,5 bis 21, 2 Prozent aller SchulabgängerInnen Nord Rödgen West Innenstadt Ost Süd Kleinlinden Allendorf Schiffenberg Lützellinden

  27. Kariesquoten an Gießener Grundschulen Stand: Schuljahr 99/00 bzw. 00/01 Unter 20 Prozent aller Grundschulkinder 20 bis unter 25 Prozent aller Grundschulkinder 25 bis unter 30 Prozent aller Grundschulkinder 30 Prozent und mehr aller Grundschulkinder Wieseck 24 % 31 % Nord 24 % 42 % 29 % Rödgen 23 % West 44 % Innenstadt 40 % Ost 21 % 17 % Süd Kleinlinden 30 % Allendorf Schiffenberg 27 % Lützellinden ° Es handelt sich um die Kinder, die die Grundschulen in den jeweiligen Stadtteilen besuchen.

  28. Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt - Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf“ • baulich-investive Maßnahmen werden durch „nicht-investive“ Maßnahmen ergänzt, die auf die Verbesserung der Lebenschancen benachteiligter sozialer Gruppen und ihre Integration gerichtet sind

  29. B E G A B T E N P O T E N Z I A L E Die verwalteten Armen Die erschöpften Einzelkämpferinnen Die ambivalenten Jongleurinnen Die vernetzten Aktiven

  30. Quelle: Grünbuch der Europäischen Kommission, 2005

  31. Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  32. Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  33. Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  34. Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  35. Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  36. Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  37. Hochaltrigkeit • Singularisierung • Feminisierung Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  38. Zukunftsproblem Pflege J Deutschland, soziale u. private Pflegeversicherung 4,73 Anzahl an Pflegebedürftigen* in Millionen Quelle: DIW 2,94 2,38 1,93 Versorgungsbedarf: Vollstationär 30,2% 31,0% 33,3% 29,9% 69,0% 69,8% 66,7% 70,1% Ambulant u. teilstationär 1999 2010 2020 2050 * Leistungsempfänger am Jahresende

  39. Der Wandel der Arbeitswelt Veränderungsraten der Beschäftigung nach Berufsbereichen 1992/1999 in % Dienstleistungsberufe Planungs-, Laborberufe -0,7 Verwaltungs-, Büroberufe+6,3 Dienstleistungskaufleute +12,7 Personenbezogene Dienstleistungen +28,8 Sachbezogene Dienstleistungen +9,2 Infrastrukturaufgaben +3,7 insgesamt +11,4 Fertigungsberufe Naturprodukte gewinnen -3,3 Bodenschätze, Mineralien abbauen -23,0 Grundstoffe, Produktionsgüter erzeugen -24,5 Konsumgüter herstellen -1,2 Gebäude, Verkehrsanlagen bauen und warten +1,7 Maschinen, techn. Anlagen montieren und warten -7,4 insgesamt -6,0 Quelle: IAB Materialien, 4/2000, S.1

  40. Versorgungslücke an passgenauen und personen- und haushaltsnahen Dienstleistungen zur Unterstützung des Familienalltags Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen

  41. Grundsatzfrage unserer Gesellschaft: Nicht: Wie werden wir leben? Sondern: Wie wollen wir leben?

  42. 5. Altenbericht der Bundesregierung „Potenziale des Alters in Wirtschaft und Gesellschaft“

  43. Lebenserwartung 1999: Männer: 74,9 Jahre Frauen: 81,0 Jahre Lebenserwartung 2005:Männer: 81,0 Jahre Frauen: 84,2 Jahre

  44. Altenquotient: Auf 100 Personen zwischen 20 und 60 Jahren werden 2010 immerhin 46 Personen im Alter von 60 aufwärts kommen, im Jahre 2030 werden es 71 sein.

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