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Ablauf. 1. Grundlegendes von psychologischen Testverfahren und Kritikpunkte2. Testverfahren in der Familiengerichtlichen Begutachtung und deren Problematik3. Einf?hrung in den FAST und Grundkonzeption4. Testdurchf?hrung und Auswertung5. Empirische Untersuchungsergebnisse6. Anwendungsm?glichkeit
E N D
1. Testpsychologische Grundlagen und der Familiensystemtest FAST Referat von
Annette Koch,
Lars Jungermann,
Julia Becker,
Martin Rosenauer
2. Ablauf 1. Grundlegendes von psychologischen Testverfahren und Kritikpunkte
2. Testverfahren in der Familiengerichtlichen Begutachtung und deren Problematik
3. Einführung in den FAST und Grundkonzeption
4. Testdurchführung und Auswertung
5. Empirische Untersuchungsergebnisse
6. Anwendungsmöglichkeiten und Fallbeispiele
3. Psychologische Testverfahren Definition (Lienert, 1969):„ Ein Test ist ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung eines oder mehrerer empirisch abgrenzbarer Persönlichkeitsmerkmale mit dem Ziel einer möglichst quantitativen Aussage über den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung.“
(Heidenreich, 1993): „Ein Test ist ein systematisches Verfahren, das unter standardisierten Bedingungen zur Anwendung kommt. Testverfahren bestehen aus einer Reihe von Reizvorlagen (Aufgaben, Fragen, Bilder usw.), auf die der Proband zu reagieren hat; diese Reaktionen erlauben einen wissenschaftlich begründbaren Rückschluss auf die individuelle Ausprägung eines oder mehrerer Merkmale.“
4. Leistungstests Persönlichkeitstests
5. Um den Messfehler möglichst gering zu halten, werden folgende Testgütekriterien angewandt:
Objektivität
Reliabilität
Validität
Was zeichnet einen „guten“ Test aus?
gute Vergleichsnormen
Standardisierung
Normierung
6. Kritikpunkte bei psychologischen Tests Anzahl der Anwendungen steigt stetig an
? ?
Qualitätssicherung mehr Fehldiagnosen
Diskriminierung von Gruppen ? Vorurteile werden tw. noch verstärkt
Diagnostik zu Auswahlzwecken ? Gerechtigkeit bei zu wenigen Arbeits- und Studienplätzen?
Testfairness ? systematische Benachteiligung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen
7. Testverfahren in der familiengerichtlichen Begutachtung
Ethische und juristische Ansprüche an den Diagnostiker
BDP und DPGs haben Festlegungen und Leitsätze für Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen in der DIN 33430
Gutachten häufig (mit-)entscheidend in einem familiengerichtlichen Verfahren, daher kann ein fehlerhaftes Gutachten fatale Folgen haben
Wichtig sind Transparenz und Nachprüfbarkeit der Stellungnahmen in einer für alle Beteiligten verständlichen Sprache
8. Probleme von Gutachten / Gutachtern Der Gutachter sollte alle Beteiligten im direkten Kontakt miteinander erleben ? in der Praxis kaum durchführbar
Er muss Neutralität wahren
Es sollte nicht zu vorschnellen Kompromissen kommen (passiert nicht, wenn der Psychologe über einen längeren Zeitraum eine Familie beobachten kann ? Verlaufsdiagnostik)
9. Bisher gibt es keine eigenständige Ausbildung, die zum Sachverständigen qualifiziert ? fundierte Qualifikationen und ausreichende Praxiskompetenz sind nötig
Die Betrachtung des Gutachtens erfolgt ausschließlich durch Juristen, die selten psychologische Vorkenntnisse vorweisen ? dadurch Einengung der Sichtweisen
10. Für gerichtliche Gutachten häufig angewendete Testverfahren Diagnostischer Elternfragebogen (DEF) ? Objektivität und Reliabilität sind nicht gegeben, Validität nur teilweise (inhaltliche), wird bei Eltern von Kindern i. A. von 5-13 Jahren angewandt
Familien-Beziehungs-Test (nach Howells und Lickorish) ? Objektivität und Reliabilität sind nicht gegeben, Validität ja. Der Test kann sowohl bei Kindern als auch bei Eltern angewendet werden
Familie in Tieren (nach Brem-Gräser) ? weder O, noch Rel, noch Val. Bei Kindern ab ca. 4-5 Jahren bis zur Pubertät, angeblich bei Gutachtern hoher Beliebtheitsgrad
11. Family-Relations-Test (Bene und Anthony, 1957) ?Bei diesem Test soll das Kind aus einer Reihe von Bilderkarten diejenigen wählen, die seine Familienmitglieder abbilden könnten. Anschließend soll das Kind diesen Personen Karten zuordnen, die Aussagen über positive und negative (ausgehende und empfangene) Gefühle enthalten. Die Auswertung soll das Beziehungsmuster der Familie aus der Sicht des Kindes darstellen. Einige Gutachter geben das Ergebnis dieses Tests lediglich in Form einer Tabelle wieder, ohne weitere Interpretationen. Im Gegensatz dazu lassen sich andere Gutachter zu waghalsigen Interpretationen hinreißen.
Kinder-Apperzeptions-Test (CAT) ? keine O, keine Rel, keine Val. Für Kinder zwischen 3 und 10 Jahren. Der Test besteht aus 10 Bildtafeln, auf denen Tiere in verschiedenen Situationen dargestellt werden. Der Gutachter soll alle Aussagen, Verhaltensweisen und Nebenbemerkungen des Kindes notieren.
12. Scenotest (G. von Staab) ? keine O, Rel und Val teilweise, für Kinder ab 3 Jahren. Der Test besteht aus einem Spielkasten mit 16 Figuren (8 Kinder, 8 Erwachsene) mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken, sowie Bausteine mit unterschiedlichen Dingen wie Bäume, Fahrzeuge, Tiere etc. Das Kind soll sein Erleben in einer Miniaturwelt aufbauen können, der Test wird häufig bei Missbrauchsvorwurf angewendet. Tiefenpsychologische Kenntnisse sind bei Anwendung des Tests Voraussetzung.
Schwarzfuß-Test (SF-Test)? Keine O, Rel, Val. Das Verfahren besteht aus einer Titelkarte, die eine Tierfamilie (Schweinchen) darstellt und dazu dienen soll, dass sich das Kind mit dem "Helden" identifiziert. Dieser „Held" ist zur Unterscheidung an der linken Hinterpfote mit einem schwarzen Flecken versehen.
13. Sterne-Wellen-Test (U. Avé-Lallemant) ? keine O, Rel, Val. Der Test kann etwa ab 3 Jahren eingesetzt werden. Einerseits werden die Bewegungsspur, die graphische Gestaltung und die räumliche Anordnung analysiert. Andererseits soll eine inhaltliche Auswertung die Projektionen von Erlebnisinhalten erfassen
Verzauberte Familie (VF) ? keine O, Rel, Val. Zeichentest für Kinder und Jugendliche, wobei der familiäre Hintergrund von Kindern einer psychoanalytisch orientierten Analyse zugänglich gemacht werden soll
Alle Angaben sind der Seite www.gwg-gutachten.de entnommen.
14. FAST – Familiensystemtest Metaphorische Beschreibung von Familiensystemen ? ermöglicht quantitative und qualitative Analyse von Beziehungsmustern auf einfache Weise
Familien sind „komplexe, biopsychosoziale Systeme“, die durch individuelle als auch soziokulturelle Einflüsse geprägt sind
Kohäsion und Hierarchie = Zentrale Begriffe für die Beschreibung von Familiensystemen aus systemischer Sicht
Familiäre Subsysteme
Klassische Messmethoden ? Fragebogen, Interaktionsbeobachtung, Figurentechniken
Räumliche Darstellung von Familienbeziehungen
15. FamiliensystemtestDurchführung und Auswertung
16. Grundkonzeption des FAST Ziele
Quantitative und qualitative Erfassung individueller und gemeinsamer Wahrnehmungen von Beziehungsstrukturen in Familien in verschiedenen Situationen.
Geeignet für Personen ab dem 6. Lebensjahr.
Theoretischer Hintergrund ist die strukturell-systemische Familientheorie.
Grundannahme/Grundlage des Tests: Nicht-klinische Familiensysteme besitzen eine balancierte Beziehungsstruktur im Sinne von Kohäsion und ausgewogener Hierarchie, klare Generationengrenzen, und eine flexible Organisation.
17. Erhobene Dimensionen und Auswertungsmodi Kohäsion und Hierarchie von Familie und Subsystemen.
Qualität der Generationengrenzen
Flexibilität der Familienstruktur.
Zwei Auswertungsmodi:
Kategorialer Auswertungsmodus
Arithmetischer Auswertungsmodus
18. Testmaterial Testformular für Testleiter.
Für Probanden:
Quadratisches Brett (45 x 45 cm, 81 Felder zu 5 x 5 cm; jedes Feld besitz eine Koordinate von 1/1 bis 9/9).
6 männliche und sechs weibliche Figuren mit angedeuteten Gesichtern ( Augen-Mund-Partie).
Je eine weibliche und Männliche Figur in oranger, violetter und grüner Farbe.
18 Klötzchen in drei verschiedenen Höhen.
20. Überblick Testdurchführung I Mögliche Varianten:
Einzeltest mit einem oder mehreren Familienmitgliedern.
Gruppentest mit dem gesamten System oder Subsystemen
Kombiniert.
Es werden jeweils die Typische Repräsentation, die Ideale R. und die Konflikt-R. erhoben.
21. Überblick Testdurchführung II Ablauf
Erhebung anamnestischer Daten
Testinstruktion
Durchführung des Tests mit Beobachtung des Testverhaltens
Protokollierung der Familienrepresentationen
Nachbefragung
(Auswertung)
Folie erste SeiteFolie erste Seite
24. Testinstruktionen- Allgemeine Erklärungen Der Wortlaut ist exakt angegeben
Funktion von Distanz und Höhenunterschieden wird genau erklärt und demonstriert.
Auf Blickrichtung wird nur hingewiesen, hier wird keine genauere Erklärung vorgegeben.
25. Testablauf Einzeltest TR
IR
KR
Jeweils zunächst Figuren platzieren, anschließend erhöhen.
Wenn der Pb keine Veränderungen mehr vornehmen will, werden die Repräsentationen übertragen und die Nachbefragung durchgeführt.
Im Anschluss daran können noch Figuren durch Farbfiguren ersetzt werden. Auch hierzu Nachbefragung.
26. Testablauf Gruppentest Wie bei Einzeltest, allerdings werden die Figuren gemeinsam aufgestellt.
Der Testleiter kann auch vorgeben, dass jeder seine Figur selbst aufstellt.
27. Protokollierung Kurze Beschreibung des Testverhaltens.
Übertragen der Konstellationen auf das Protokollblatt.(Position, Blickrichtung, Farben und Höhe)
Ausfüllen der Nachbefragungsblätter.
32. Berechung der Kohäsion Unterscheidung in tief-, mittel-, und hoch-kohäsive Muster.
Referenz ist ein 3 x 3 Felder großes Quadrat, dass auf die Repräsentationen angewandt wird.
Hohe Kohäsion: Alle Figuren in unmittelbar benachbarten Feldern.
Mittlere Kohäsion: Alle Figuren im Quadrat
Tiefe Kohäsion: Eine, oder mehrere Figuren außerhalb des Quadrates.
Spezielle Regeln für mehr als 4 Figuren, sowie für Subsysteme.
33. Ablauf 1. Grundlegendes von psychologischen Testverfahren und Kritikpunkte
2. Testverfahren in der Familiengerichtlichen Begutachtung und deren Problematik
3. Einführung in den FAST und Grundkonzeption
4. Testdurchführung und Auswertung
5. Empirische Untersuchungsergebnisse
6. Anwendungsmöglichkeiten und Fallbeispiele
34. Wie war das noch? Der Fast ist ein Instrument mit dessen Hilfe sich verschiedene Wahrnehmungen der familiären Strukturen in verschiedenen Situationen darstellen lassen.
Erfasst werden die (in der strukturell-systemischen Familientherapie zentralen) Dimensionen Kohäsion und Hierarchie.
Außerdem Generationengrenzen du Hierarchieumkehr.
35. Wie war das noch? Kohäsion wird bestimmt anhand des Abstandes der Figuren auf dem Brett.
Referenz ist ein Quadrat von 3 x 3 Feldern Größe, dass so auf dem Feld platziert wird, dass möglichst viele Figuren darin sind.
Hierarchie wird anhand der Erhöhungen der Figuren mit Hilfe der Klötzchen erhoben.
36. Wie war das noch? Wegen der umständlichen Formulierung der Instruktionen ist der Status als psychologischer Test im Gutachten problematisch, wenn die Instruktionen umformuliert werden müssen damit ein Proband sie versteht.
In diesem Fall sollte man den FAST als Explorationshilfe verstehen.
37. Berechnung der Hierarchie Unterscheidung zwischen tief-, mittel- und hoch-hierarchischen Mustern.
Berechnungsgrundlage sind die Erhöhungen der Figuren.
Familienebene: Unterschied zwischen niedrigster Elternfigur und höchster Kinderfigur.
Hohe Hierarchie: 3 oder mehr kleine Klötzchen
Mittlere H.: 1 oder zwei kleine Klötzchen
Tiefe H.: keine Höhenunterschied oder sogar Hierarchieumkehr
Auf Subsystemebene spezielle Regeln, je nach System.
38. Klassifizierung von Beziehungstypen Durch Kombination von Kohäsion und Hierarchie im folgenden Raster werden die Beziehungen in Klassen eingeteilt:
Balanciert
Labil-balanciert
Unbalanciert
40. Berechnung der Flexibilität der Beziehungsstrukturtypen Ausmass der Veränderung von Beziehungsstrukturen von der TR zur IR und KR der Probanden mittels dreier Kategorien.
Positionen und Nähe/Entfernung im Auswertungsraster bilden Basis für Punktwerte.
41. Berechnung der Wahrnehmungsunterschiede für die Beziehungsstrukturen Unterschiede in den Beziehungsstrukturen zwischen den individuellen Repräsentationen zweier Probanden.
Oder zwischen individuellen Repräsentationen und der Gruppenrepräsentation.
Berechnung mittels Positionsvergleich wie bei Flexibiltät.
43. Zur Interpretation der Ergebnisse I Verschiedene Aspekte können je nach Fragestellung verschiedenes Gewicht haben.
Die Fragestellung leitet die Interpretation.
Pbn sind während der Bearbeitung in einem aktiven Prozess, daher sind Beobachtungen während der Bearbeitung wichtig und können aufschlussreich sein!
zB. Zögern bei Figuren von best. Personen, oder das Hinzufügen oder weglassen von Figuren.
zB. Die Interaktion bei der Gruppenbearbeitung.
44. Zur Interpretation der Ergebnisse II Möglichst Integration von Informationen aus der Struktur und der Nachbefragung
Machtunterschiede haben je nach Subsystem andere Bedeutungen!
Es gibt verschiedene Machtformen! (Formell vs. Informell)
Macht kann auch durch Symptome ausgeübt werden!
Blickrichtungen der Figuren können verschiedene Bedeutungen haben!
Farbfiguren werden nicht farbpsychologisch, sondern nach persönlicher Attribution des Pb bewertet!
Farben können positiv, wie auch negativ genutzt werden!
45. Empirische Fundierung des FAST Psychometrischen Eigenschaften
Konstruktvalidität
Klinische Diskriminanzvalidität
46. Psychometrischen Eigenschaften Kalifornische Stichprobe
Prüfung von
Unabhängigkeit der Dimensionen
Kohäsion und Hierarchie
Test-Retest-Reliabilität
Konvergenzvalidität
Diskriminanzvalidität
47. Unabhängigkeit der Dimensionen Kohäsion und Hierarchie Kohäsion und Hierarchie zwei nahezu voneinander unabhängige Größen
Größte Korrelation: r = 0.17 (nicht signifikant), festgestellt bei Geschwistersubsystem in den Darstellungen von Jugendlichen (9.-12. Klasse)
48. Test-Retest-Reliabilität (1 Woche Zeitdifferenz) Durchschnittliche Werte (Kinder, Jugendliche, Familien-, Dyadenebene):
Kohäsion r = 0.62
Hierarchie r = 0.72
49. Test-Retest-Reliabilität Tendenz:
Jugendliche (9. – 12. Schuljahr) haben im Vergleich zu Kindern (6. Schuljahr) weniger Variabilität in der Darstellung ihrer Familien (?höhere Korrelationen).
? vgl. auch Konstruktvalidität
50. Konvergenzvalidität
51. Konvergenzvalidität Korrelation von FAST und FACES III:
Kohäsion: r = 0.47
Hierarchie: r = 0.21
Korrelation von FAST und FES
Kohäsion: r = 0.49
Hierarchie: r = 0.27
?Konvergenzvalidität liegt laut Autoren vor.
52. Prüfung durch korrelativen Vergleich zweier konzeptuell unterschiedlicher Dimensionen (z.B. FAST Kohäsion vs. FES Kontrolle)
Diskriminanzvalidität konnte für Jugendliche aufgezeigt werden, für Kinder nicht.
53. Zusammenfassung Psychometrischen Eigenschaften Ergebnisse des FAST bei Jugendlichen stabiler als bei Kindern ? spricht lt. Autoren für Annahme, dass sie über differenzierteres Denken und bessere Abstraktionsfähigkeit verfügen
? Beeinflussung durch momentane Ereignisse geringer
54. Konstruktvalidität
Aus Perspektive von
Entwicklungspsychologie
Klinische Psychologie
55. Entwicklungspsychologie Überprüfung, ob Beziehungsdarstellung von Kindern zu ihren Eltern altersabhängig ist.
Ergebnis: Wie erwartet zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr eine Abnahme der Kohäsion sowohl in der Beziehung zum Vater als auch in der Beziehung zur Mutter.
Mit zunehmendem Alter weniger hierarchische Porträtierung von Machtbeziehungen (jedoch nicht egalitär), basierend auf einer Abnahme der Macht der Eltern.
56. Klinische Psychologie
57. Klinische Diskriminanzvalidität
58. Unterschiede zwischen Patienten und nicht klinischen Probanden
59. Aber: Teils keine Unterschiede
60. Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile des FAST in Familien mit einem psychisch kranken Kind gibt es eine hohe Übereinstimmung in der Darstellung von Beziehungsstrukturen
-> daher FAST Darstellung von nur einem Familienmitglied schon aufschlussreich
61. Kann schon mit Kindern ab dem
6. Lebensjahr angewendet werden
-> keine schulischen Fähigkeiten (wie Lesen und Schreiben) vorausgesetzt
spielerisch -und erzählerischen Darstellungen können Kindern die Auseinandersetzung mit dem Thema erleichtern
62. Der FAST ist im Vergleich wenig zeitaufwändig
erste Beurteilung der Familienstruktur nach der Darstellung möglich
spontan reflektieren
Informationen über die Identifikation und Bindung des Kindes mit Mitgliedern der Familie
idealen Familienbeziehungen für die Zielerreichung und Beurteilung des Erfolges nützlich
63. zirkuläre Befragungstechnik
Supervision
Forschung
64. Einschränkungen: wenig kulturvergleichende Forschung / Untersuchung von Migrationsfamilien
Subjektive Wahrnehmungsinformationen im Einzelsetting
Unbalancierte Strukturen gehen nicht zwangsläufig mit familiären Störungen einher
65. Soziale Erwünschtheit
(aber durch Nachbefragung minimiert)
keine Therapie sollte aufgrund der Darstellung von Beziehungsstrukturen verordnet werden
66. Fallbeispiele Anmeldungsgrund
Anamnestische Angaben über die Patienten und ihre Familien
FAST- Repräsentationen und Problemkonstrukte
Interpretation der Untersuchungsergebnisse
(Problemhypothesen auf Grund des FAST und der diagnostischen Gespräche)
Klinische Intervention (Behandlungsvorschläge des Therapeuten)
Aspekte des Therapieverlaufes (Evaluation)
67. Familie A. Andreas (9 Jahre) Zwangshandlungen
Eltern, zwei jüngere Brüder (8 und 2 J.)
Einzeluntersuchung mit Andreas:
unbalancierte Struktur
selbst am einflussreichsten
intergenerationelle Koalitionen
Interpretation:
innerfamiliäre Orientierung des Vaters behindert eine angemessene Autonomieentwicklung der Kinder
68. Typische Repräsentation von Andreas
69. Familie B. Barbara (8 Jahre) Begutachtung zur Kindszuteilung, psychosomatische Beschwerden
Eltern im Scheidungsprozess/ Sorgerechtsfrage
Einzeluntersuchung mit Barbara (typisch/ ideal):
Struktur unbalanciert
Vater zentrifugal
große Hierarchieunterschiede zw. Eltern und Kind
Interpretation:
Barbara versucht verzweifelt, den Konflikt der Eltern zu lösen (Ideal: Wunsch nach mehr Macht)
70. TR und IR von Barbara
71. Einbezug der Familien zeigten günstigen Einfluss auf den Verlauf der Störungen und deren Bewältigungen
aktuellen und idealen Familienkonstellationen sind eine gute Grundlage für die Entwicklung eines diagnostisch- therapeutischen Planes
wiederholte Anwendung gibt die Möglichkeit zur Überprüfung aktueller Beziehungskonstellationen
(bzw. Therapieevaluation/ Änderungen)
72. Literatur Literatur:
Gering, T.M., (1993). Familiensystemtest (2., erweiterte Auflage). Göttingen: Beltz Test GmbH.
Amelang, M. & Zielinski, W. (1997). Psychologische Diagnostik und Intervention. (2. korrigierte, aktualisierte und überarbeitete Aufl.). Berlin: Springer.
Bortz, J.& Döring, N.(2002). Forschungsmethoden und Evaluation.(3. überarbeiteteAuflage). Berlin: Springer.
Fisseni, H. –J. (2004). Lehrbuch der psychologischen Diagnostik. (4. überarbeitete und erweiterte Auflage). Göttingen: Hogrefe.
Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 33 (1), 62-64, Göttingen: Hogrefe.
www.gwg-gutachten.de