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Sakramente und Sakramentalien. Orte der Begegnung von Gott und Mensch. Fundamentaltheologie. reflektiert über die menschlichen Bedingungen der Möglichkeit einer sakramentalen Heilsvermittlung, z.B. über Bedeutung und Wirkung des Sakramentsgeschehens. Dogmatik.
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Sakramente und Sakramentalien Orte der Begegnung von Gott und Mensch
Fundamentaltheologie • reflektiert über die menschlichen Bedingungen der Möglichkeit einer sakramentalen Heilsvermittlung, z.B. über Bedeutung und Wirkung des Sakramentsgeschehens
Dogmatik • stellt die Sakramente aufgrund der Quellen christlichen Glaubens als konkrete, situationsbezogene Verwirklichungsweisen des Universalsakramentes Kirche dar und reflektiert die christologische und pneumatologische Grundlegung der Sakramente
Moraltheologie • bedenkt, wie der Mensch und die Gemeinschaft der Christen den Sakramenten zu begegnen haben und welche Normen und Impulse sich aus ihnen für das sittliche Leben ergeben.
Pastoraltheologie • bedenkt, wie durch die Sakramente Glauben und Glaubensgemeinschaft unter den Bedingungen unserer Zeit am besten verwirklicht werden können.
Kirchenrecht • stellt das geltende Sakramentenrecht dar, das im CIC von 1983 bezeichnenderweise nicht mehr wie früher dem „Sachrecht“ zugeordnet ist, sondern dem Heiligungsdienst der Kirche. • fragt, ob die dogmatische Sakramentenlehre neue rechtliche Konsequenzen fordern könnte, z.B. hinsichtlich der ordentlichen Spender und Empfänger.
Liturgiewissenschaft • sieht die Sakramente als wesentliche Teile des Gottesdienstes der Kirche in ihrer liturgischen Einbettung, fragt nach deren Struktur- und Formgesetzen und untersucht, ob sie der dogmatischen Sakramentenlehre entsprechen.
I. Systematisch-theologische Vorüberlegungen: Sakramente als Orte der Begegnung von Gott und Mensch • Anthropologisch • Christologisch • Ekklesiologisch
Anthropologische Dimension • Sensibilität für Zeichen • Veränderte Blickrichtung • Postmoderne Ästhetisierungstendenz
Anthropologisches Verständnis der Sakramente • Äußerlichkeit und Innerlichkeit • Sein und Handeln (agere – esse) • Gläubige Beziehung zu Jesus Christus • Gemeinschaftscharakter • Prägung des gesamten Lebensvollzugs
Scholastische Differenzierungen • Sacramentum tantum – res tantum (= res sacramenti) – res et sacramentum • Signum rememorativum – signum demonstrativum – signum prognosticum • Materia (materia proxima – materia remota) - forma
Symbolisches Denken • Symbolon • Realsymbol • Vertretungssymbol • Fragmentcharakter der Sakramente • Wirklichkeit schaffendes Wort
Sakramental-biographische Knotenpunkte • Geburt • Tod • Geschlechtliche Gemeinschaft • Mahlzeit
Grenzen des anthropologischen Ansatzes • Reformatorischer Einspruch: gegen eine Werkfrömmigkeit • Katholischer Einspruch: Sakramente als „Widerfahrnisse göttlicher Transzendenz“ und Weisen der Selbstmitteilung Gottes
Sakramente als Vermittlungsgeschehen • Wahrung des Gottseins Gottes • Erschließung des Gottseins Gottes • Wahrung des Menschseins des Menschen • In-Bewegung-Setzen des Menschseins des Menschen auf Gott hin
Christologische Dimension der Sakramente • Christus als Ursakrament (Schillebeeckx: „Sakrament der Gottesbegegnung“) - Begegnung mit dem Gottmenschen - neue Botschaft der Befreiung - Dienst und Hingabe in Passion und Auferstehung - Verheißung des Hl. Geistes an die Kirche - Auftrag und Vollmacht an die Jünger
Einsetzung der Sakramente durch Christus • Einwand der Reformatoren und die Antwort des Konzils von Trient • Einsetzung durch Christus – historisch, geistlich, ekklesiologisch, gnadentheologisch • Verhältnis von Natur und Gnade • Sakramente als „Vehikel der neuen Schöpfung“
Siebenzahl der Sakramente • Offener Sakramentsbegriff von der Patristik bis zur Frühscholastik • Bedeutung der Zahlensymbolik: 2, 3, 4, 7 oder 12 Sakramente • Lehramtliche Festsetzung der Siebenzahl auf dem Konzil von Lyon (1274) • Sacramenta maiora: Taufe und Eucharistie • Sacramenta minora: Buße, Krankensalbung, Firmung, Ordo, Ehe
Ekklesiologisch-pneumatologische Perspektive • Kirche als Hauptsakrament • Zwischen Christus als Ursakrament und den Einzelsakramenten • Pneumatologisch • Sakramente: veränderlich oder unveränderlich? • Doppelte Gefahr: biblizistische Verengung – verengtes Traditionsbewusstsein
Die innere Gnade • Drei Voraussetzungen • Glaube an den dreifaltigen Gott der Offenbarung • Glaube an den lebendigen Christus • Erstnehmen der Geschichte, des menschlichen Lebens • Opus operatum – opus operantis • Facere quod in se est • Facere quod facit ecclesia
Sakramente als Feiern der Kirche • grundsätzlich Akte der Gemeinschaft • Gemeinschaft ist „Subjekt“ der sakramentalen Feier • Feiern der Hoffnung • Machen nicht das Ganze der christlichen Existenz oder des kirchlichen Lebens aus (Liturgia – Diakonia – Martyria) • Ganzheitliche Betrachtung (Lex orandi = Lex credendi)
Taufe – Initiation des Christseins • Initiationssakramente • Taufe • Firmung • Eucharistie
Taufe: Allgemeine Vorbemerkungen • Berechtigung der Kindertaufe • Taufgespräch und Taufaufschub • Kindertaufe und Gemeinde • Patenamt • Funktion: Dauerrepräsentant der Gesamtkirche und „Notfallersatz“ für die Eltern • Anforderungen: vom Täufling oder den Eltern bestimmt, nötige Reife, voll initiiert, kein Rechtshindernis, nicht Vater oder Mutter • Termin der Kindertaufe
Feier der Kindertaufe • Eröffnung der Feier • Wortgottesdienst • Spendung der Taufe • Ausdeutende Riten • Abschluss der Feier
Eröffnung der Feier • Begrüßung der Taufgemeinde • Fragen an Eltern und Paten • Bezeichnung mit dem Kreuz • Gebet
Wortgottesdienst • Prozession zum Ort des Wortgottesdienstes • Lesung(en) und Homilie • Anrufung der Heiligen und Fürbitten • Gebet um Schutz vor dem Bösen (Exorzismusgebet) • Salbung mit Katechumenenöl (oder Handauflegung)
Spendung der Taufe • Prozession zum Taufort • Lobpreis und Anruf Gottes über dem Wasser • Absage und Glaubensbekenntnis • Taufe
Ausdeutende Riten • Salbung mit Chrisam • Bekleidung mit dem weißen Taufgewand • Übergabe der brennenden Taufkerze • Effata-Ritus (fakultativ)
Abschluss der Feier • Prozession zum Altarraum • Gebet des Herrn • Segen und Entlassung • Gang zum Marienbild (fakultativ)
Tauferneuerung • die alljährliche Feier des Osterfestes, insbesondere der Osternacht mit ihrer Erneuerung des Taufbekenntnisses • Eine wenigstens gelegentliche Wiederaufnahme der Weihwasserbesprengung („Asperges“) am Beginn der Messfeier am Sonntag (anstelle des Bußaktes) • Die Bekreuzigung mit Weihwasser beim Betreten unserer Kirchen, die – recht verstanden – jedes mal ein Bekenntnis zum Dreifaltigen Gott, zum erlösenden Kreuzestod Christi und zum Gottesgeschenk unserer Taufe ist. • Die persönlich-häusliche Feier des Tauftages aller Familienmitglieder im Sinn eines dankbaren und frohen Gedenkens der Christwerdung. Jeder Christ sollte seinen Tauftag kennen wie seinen Geburtstag.
Die Feier der Taufe innerhalb der Hl. Messe • Empfang der Täuflinge • Wortgottesdienst • Spendung der Taufe • Abschluss und Segen
Die Feier der Kindertaufe in zwei Stufen • Feier zur Eröffnung des Weges - Eröffnung - Lobpreis Gottes und Dank für die Geburt - Wortgottesdienst - Eröffnung des Weges - Abschluss • Feier der Taufe außerhalb / innerhalb der Hl. Messe - Eröffnung - Wortgottesdienst - Fortsetzung der Tauffeier
Die Eingliederung Erwachsener in die Kirche • Geschichtlicher Überblick • Ordnung des Katechumenats und der Initiation - Präkatechumenat - eigentliches Katechumenat (Feier der Annahme) - Zeit der näheren Taufvorbereitung (Feier der Einschreibung) - Zeit der Läuterung und Erleuchtung (Übergabe des Glaubensbekenntnisses und des Vaterunsers) - Feier der Eingliederung in der Osternacht - Zeit der Mystagogie
Firmung – Abschluss der Initiation und / oder Bewährung christlicher Existenz? • Geschichtliche Entwicklung der Firmung - ursprüngliche Reihenfolge: Taufe, Firmung, Eucharistie - Trennung von Taufe und Firmung aus drei Gründen - Lehre von der Erbsünde - Frage der Ketzertaufe - Gründung von Filialgemeinden und Differenzierung des kirchlichen Leitungsamtes
Firmung: Theologische Begründung • Komplementäre Sicht: Die Firmung ergänzt die Taufe • Komparative Sicht: Die Firmung verdeutlicht und entfaltet einen Aspekt der Taufe • Bischof ist der Spender als minister originarius (nicht als minister ordinarius)
Firmung: Ordnung und Ritus • Alter der Firmlinge • Firmpatenschaft • Aufbau der Feier - Vorstellung der Firmlinge und Homilie des Bischofs - Absage und Taufbekenntnis - Gebet und Ausbreitung der Hände über die Firmlinge - Chrisamsalbung der Stirn unter Handauflegung - Friedensgruß an die Firmlinge - Fürbitten - Besonderer Segen (am Ende der Messe)
Firmung: Der zentrale Ritus • Bezeichnung der Stirn mit Chrisam in Kreuzesform unter gleichzeitiger Handauflegung - Chrisam - Salbung der Stirn in Kreuzesform - Handauflegung - Spendeworte
Eucharistie – Sakrament der Liebe • Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens • Geschenk der Selbsthingabe Jesu • Abschluss der christlichen Initiation • Sacramentum caritatis • Redemptionis sacramentum
Struktur und Einzelteile der Messfeier • Eröffnung • Wortgottesdienst • Eucharistisches Opfer • Kommunion • Entlassung
Eröffnung – Begegnung mit dem menschgewordenen Gott • Gesang zum Einzug / Eröffnungsvers • Altarkuss, ggf. Altarinzens • Kreuzzeichen • Einführung • Bußakt (3 Formen) mit Vergebungsbitte • Kyrie-Rufe • Gloria (an Festen und Hochfesten) • Tagesgebet (Collecta)
Wortgottesdienst – Vergegenwärtigung der Botschaft Jesu vom Reich Gottes • Lesung und Leseordnungen • Antwortpsalm (Graduale) • Halleluja bzw. Ruf vor dem Evangelium (Tractus) • Evangelium • Predigt / Homilie • ggf. Glaubensbekenntnis • Allgemeines Gebet / Fürbitten
Eucharistisches Opfer – Gemeinschaft mit dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus • Gabenbereitung • „Darbringen“ von Brot und Wein • Mischung von Wein und Wasser • Händewaschung • Gabengebet
Eucharistisches Opfer – Gemeinschaft mit dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus • Hochgebet • Präfation • Sanctus • Postsanctus • Epiklese • Einsetzungsworte • Akklamation • Anamnese • Darbringungs- und Opfergebet • Kommunionepiklese • Interzessionen • Gedächtnis der Märtyrer und Heiligen • Doxologie
Kommunion – Vereinigung mit dem auferstandenen Herrn • Vater unser (mit Embolismus) • Friedensritus • Brechung und Mischung • Agnus Dei • Vorbereitungsgebet des Priesters • Kommunion • Art und Weise der Kelchkommunion • Schlussgebet
Entlassung – Weg mit Christus in die Welt • Mitteilungen • Segen • Entlassung
Beobachtungen zur dritten Auflage des römischen Messbuchs (2002) • Gestalt des Buches • Neuerungen in der Grundordnung • Stille • Ambo • Kommunion und Kommunionspendung • Charakter von Vorschriften • Frage der Inkulturation
Buße – Sakrament der Wiederversöhnung • Entwicklung in der Alten Kirche • Spannung zwischen Heiligkeit und Barmherzigkeit • Bußverfahren • Öffentliches, allgemeines Schuldbekenntnis (Exhomologese) • Aufnahme in den Stand der Büßer • Liturgische Wiederaufnahme (Handauflegung, ggf. Salbung) • Bußstufen • Weinende • Hörende • Knieende oder Niederfallende • Dabeistehende
Buße – Sakrament der Wiederversöhnung • Bußzeiten • wenige Wochen bis 1 Jahr (z.B. vorehelicher Geschlechtsverkehr) • bis zu 20 Jahre (z.B. Mord, Inzest) • Bußübungen • Almosengeben, Gebet, Fasten (klassisch) • Badeverzicht, sexuelle Abstinenz, Besuch von Kranken und Gefangenen • Verständnis der Buße • Im Westen: amtlich-rechtlich • Im Osten: seelsorglich-geistlich
Buße – Sakrament der Wiederversöhnung • Erneuerung der Buße durch das II. Vatikanum • Ekklesiale Dimension • Sichtbare liturgische Form • Sozialer Charakter • Formen des Bußsakramentes • Feier der Versöhnung für Einzelne • Gemeinschaftliche Feier der Versöhnung mit Bekenntnis und Lossprechung der Einzelnen • Gemeinschaftliche Feier der Versöhnung mit allgemeinem Bekenntnis und Generalabsolution
Buße – Sakrament der Wiederversöhnung • Feier der Versöhnung für Einzelne • Allgemeine Einführung (Ort, Form, Zeit, liturgische Gewandung) • Ablauf der Feier • Begrüßung und Ermutigung des Pönitenten • Schriftlesung • Reue, Sündenbekenntnis und Genugtuung (materia) • Gebet des Beichtenden • Lossprechung (forma) • Lobpreis Gottes und Entlassung